Baden
[Fülltext] Auch in Baden gibt es Bestrebungen, Werbung im öffentlichen Raum zu reduzieren. Beschreibung noch zu präzisieren.
Zürich kann mehr als kommerzielle Werbung
Heute entscheiden vor allem Grosskonzerne mit ihren Werbebudgets darüber, welche Botschaften im öffentlichen Raum präsent sind. Wir wollen, dass nicht Geld, sondern die Bevölkerung mitbestimmt, was den öffentlichen Raum prägt und welche Werte dort sichtbar werden.
Der öffentliche Raum ist der einzige Ort, dem wir uns nicht entziehen können. Was dort an den Wänden hängt und flimmert, haben wir nicht ausgewählt. Rund 5'400 Werbeflächen stehen auf privatem Grund und prägen trotzdem das Stadtbild, ohne der Allgemeinheit etwas einzubringen. Und mitreden kann kaum jemand: Weniger als 1 % der kommerziellen Flächen werden vom Lokalgewerbe gebucht, den Rest belegen die grössten Marken.
Im April 2026 warb ein Viertel aller kommerziellen Flächen für Autos, viele über den geltenden CO₂-Grenzwerten; Werbung für ÖV oder Velos fehlte gänzlich. Wir investieren jährlich mehrere hundert Millionen Franken in den öffentlichen Raum und in den Klimaschutz – und vermieten diesen Raum gleichzeitig für 0,1 % des städtischen Ertrags an Angebote, die unseren eigenen Zielen zuwiderlaufen.
Deshalb wollen wir eine andere Auswahl: weniger kommerzielle Flächen, mehr Platz für Kultur, Quartier und Kleingewerbe – und keine Werbebildschirme mehr, die unsere Aufmerksamkeit mit hektischen Bildwechseln erzwingen und ein Vielfaches an Strom verbrauchen.
Mehr Kultur. Weniger Kommerz.
der Schweizer Treibhausgasemissionen stehen laut Studie im Zusammenhang mit der werbeinduziertem Konsum. Das entspricht mehrere Millionen Autofahren pro Jahr.
nimmt Zürich jährlich mit Werbung im öffentlichen Raum ein. Das entspricht lediglich 0.18 % der Gesamteinnahmen – und ist wesentlich weniger, als sie für Klimaschutzmassnahmen und die Aufwertung des öffentlichen Grundes ausgibt.
der Werbeflächen werden von lokalen KMU genutzt. Der grösste Teil entfällt auf nationale und internationale Unternehmen.
Reklame hat das Ziel, uns zu mehr Konsum zu verführen. Sie fördert damit die zerstörerische Übernutzung unserer globalen natürlichen Ressourcen. Bei gewissen Produkten und Dienstleistungen fällt dies ganz besonders ins Gewicht. Der stadtzürcherischen Bevölkerung wird zum Beispiel zu recht vorgeworfen, sie würde öfter fliegen als andere in der Schweiz. Dass einem in der Stadt Flugreisen omnipräsent auf Trams, auf Megaplakaten an städtischen Gebäuden und überall sonst als Normalität aufgedrängt werden, ist eine der Ursachen davon.
Genauso wie wir bereits heute Alkohol- und Tabakwerbung sowie sexistische Werbung einschränken, um uns vor gesellschaftlichen Schäden zu schützen, ist es sinnvoll, auch Werbung für Angebote einzuschränken, welche der Allgemeinheit einen hohen ökologischen Schaden zuführen.
Die Plakatierungsfirmen legen ihre Plakat- und Bildschirmflächen darauf aus, dass sie diese während der Zeiten der höchsten Nachfrage gut auslasten können. Viele Werbeflächen sind oft nicht von Kunden gebucht; es wird dann Eigenwerbung gezeigt: Werbung für Werbung, oder für Unternehmungen im gleichen Konzern wie die Plakatierungsfirmen, zum Beispiel für die NZZ (APG) oder für den Tages-Anzeiger oder Ricardo (Goldbach Neo). Statt einer Übersättigung mit Werbeflächen wollen wir Platz für Kunst, Bänkli oder einen blühenden Strauch.
Immer mehr gibts insbesondere in Schaufenstern Werbebildschirme, die mit ihren raschen Bildwechseln die menschliche Aufmerksamkeit auf aggressive Weise auf sich zwingen. Der öffentliche Raum soll ein angenehmer Ort sein, an dem wir gerne verweilen, an dem wir Begegnungen mit Menschen und die bauliche und natürliche Gestaltung geniessen können.

Die Kultursäulen gehören zu Zürich wie die Limmat und das Tram. Konzerte, Ausstellungen, Quartierveranstaltungen – sie machen unsere Stadt bunt, lebendig und verbunden.
Wir setzen uns dafür ein, dass mehr Flächen im öffentlichen Raum für Kultur, Kunst und gesellschaftlich relevante Inhalte zur Verfügung stehen.
Eine werbereduzierte Stadt ist keine ärmere Stadt. Sie ist eine, in der Zürich selbst das Wort hat.
Die Aussenwerbeindustrie verfügt über viel Geld und nutzt ihre Verfügungsmacht über Werbeflächen direkt, um gegen uns Stimmung zu machen. Hier gehen wir auf ihre wichtigsten Argumente ein.
Alle Gegenargumente lesenZürich wäre nicht allein. Anderswo auf der Welt zeigen Städte und Regionen, dass ein anderer Umgang mit dem öffentlichen Raum möglich ist.
[Fülltext] Auch in Baden gibt es Bestrebungen, Werbung im öffentlichen Raum zu reduzieren. Beschreibung noch zu präzisieren.
Auf Anregung des Künstlers César Manrique rief die Regierung bereits 1968 ein Verbot für die meisten Reklamen aus. Sogar Beschriftungen für Geschäfte sind dezent anzubringen, so dass sie sich gut in die Umgebung einfügen. Selbst die letzten verbliebenen Werbeflächen am Flughafen werden aktuell entfernt oder durch dezente, künstlerische Informationstafeln ersetzt, um die Schönheit der Insel zu wahren.
Bereits im Jahr 1927 verbot Hawaii als erster US-Bundesstaat (damals noch Territorium) jegliche grossflächige Aussenwerbung, nachdem die Gruppierung «The Outdoor Circle» über ein Jahrzehnt lang gegen die visuelle Verschmutzung der Inseln gekämpft hatte. Heute ist Hawaii einer von nur vier US-Staaten ohne Billboards, wobei die strengen Gesetze auch moderne Werbeformen wie digitale Anzeigen im öffentlichen Raum weitgehend untersagen.
MehrIm Jahr 2006 verabschiedete São Paulo das «Lei Cidade Limpa» (Gesetz einer sauberen Stadt), das die grellsten Formen der Aussenwerbung – von riesigen Billboards bis hin zu auffälligen Werbeschildern an Geschäften – verbot und innerhalb eines Jahres rund 15 000 Plakatwände aus dem Stadtbild entfernen liess.
MehrDer öffentliche Raum gehört uns allen – und seine Gestaltung auch. Hier sind vier Wege, wie du Züri werbefrei mitgestalten kannst.
Hast du Fragen zu unserem Anliegen, oder möchtest du bei uns mitwirken? Wie möchtest du dich einbringen, welche Ideen möchtest du mit uns teilen? Melde dich – wir freuen uns über deine Nachricht.
hallo@züri-werbefrei.ch



